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KH: Blazor beschreibung
2026-03-07 15:56:54 +00:00

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Table of Contents

1. Einleitung des individuellen Teils

In diesem Abschnitt wird meine persönliche Aufgabenstellung im Rahmen des Projektes (Alumnihub) beschrieben.

Auftrag / persönliche Aufgabenstellungen

Meine Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten:

  • Product Owner
  • Infrastruktur
  • Entwicklung
  • Auswertungen
  • Schwarzes Brett

Motivation

Lernen von ASP.NET und der Entwicklung mit Blazor und Oqtane. Ich habe Interesse an dem Thema Webentwicklung. Privat entwickel ich schon seit Jahren viel mit React.JS.

2. Anforderungen an das entwickelte Modul bzw. die Funktionalität

  • funktionale / nichtfunktionale Anforderungen
  • Use Cases

3. Technische Grundlagen

Mein Aufgabenbereich umfasst einerseits die Entwicklung eigener Module, sowie das Bereitstellen des Services. Als Betriebssystem habe ich mich für Linux entschieden, einfach, da ich mit Linux im Serverumfeld die meisten und besten Erfahrungen gemacht habe.

(Diese Entscheidung wurde gemeinsam getroffen:) Auch steht die Wahl der Programmiersprache und des CMS an. Nachdem wir im Unterricht fast ausschließlich mit C# entwickelt haben und nicht in eine komplett unbekannte Entwicklungsumgebung abdriften wollten, haben wir uns für Webentwicklung mit ASP.NET Core 9 und (Upgrade im Lauf der Diplomarbeit auf .NET Core 10) dem CMS Oqtane entschieden. Auch hier gab es einige Kandidaten:

  • Piranha CMS

    Piranha erscheint auf den ersten Blick nicht so flexibel wie Oqtane, basiert auf .NET 8.0 und wird nicht so aktiv gewartet.

  • Umbraco

    Viel Arbeit mit Partials, welche in der Admin Oberfläche geschieht, aber sehr gut dokumentiert. Im großen und ganzen wirkt Umbraco nicht so flexibel.

  • DNN / Dot Net Nuke

    Platzhirsch. Kennt man, wird von der DNN Foundation gewartet. Arbeitet mit dem Dotnet Framework, welches nicht unter Linux läuft. Und ein Windows Server würde ich ich nicht einfach so ins Internet, abgesehen von den Lizenzkosten, die das kosten würde.

  • Oqtane

    Schlecht dokumentiert, auf den ersten Blick sehr modular und flexibel.

Am Ende haben wir uns für das Oqtane Framework trotz seiner schlechten Dokumentation entschieden.

Im Bereich der Datenbanken musste ich mir ein paar Fragen stellen.

  1. Auf welche Art Datenbank setzen wir? SQL, NoSQL, Graph, ...
  2. Mit welcher speziellen implementiereung bekommen wir Support und haben Wissen im Team?
  3. Ist das auserkorene System kompatibel mit dem CMS auf dem wir aufbauen?

Es war von Anfang an klar, dass es ein SQL basiertes System wird, da wir im Team nur mit SQL-basierten Systemen erfahrungen haben. Außerdem unterstützt unser CMS (Oqtane) nur SQL basierte Systeme. In der Linuxwelt kommen jetzt nur noch ein paar Datenbanken in die Auswahl: PostgreSQL, MySQL / MariaDB, SQLite. Da ist die Wahl auf PostgreSQL gefallen. Grund dafür war meine Vorerfahrung mit diesem DBMS, welche ich im Nebenjob errungen habe.

Technologie

Was ist Oqtane? Architektur von Oqtane?

Oqtane ist ein Framework und CMS zur Entwicklung von Webseiten mithilfe von ASP.NET und Blazor. 1 Ein Oqtane-System besteht aus mehreren Komponenten.

In dieser Diplomarbeit fokussieren wir uns hauptsächlich auf Themes und Modules, aber es gibt auch Language Packs und Pure Extensions. 2

Ein Module (Modul) soll neue Funktionalitäten in das CMS hinzufügen und ein Theme soll die ganze Gestaltung der Website (die Shell) festlegen. 2

Architektur eines Moduls

Ein Modul in Oqtane besteht aus 4 Projekten. Server, Client, Shared und Package.

Im Server-Projekt liegt Sourcecode, welcher serverseitig ausgeführt werden soll. In der Praxis bedeutet das: alle Repositories, Controller, Manager, Migrationen und Server-Services (entwickelt nach einem Interface definiert im Client) und Server-Startuplogik.

Im Client-Projekt liegen Code und Razor-Komponenten für den Client. Also Client-Staruplogik, Client-Services (+ Inferfaces dafür, die Services hier sollen lediglich die Server-Services über HTTP aufrufen), Ressourcendateien (.resx), die Komponenten / das User Interface und die Moduldefinitionen für jedes Modul.

Im Shared-Projekt wird geteilter Sourcecode abgelegt, der server- und clientseitig verwendet wird. In der Praxis bleibt es hierbei bei den EntityFramework-Modellen zum Speichern der Daten im Arbeitsspeicher.

Im Package Projekt findet man Skripte zum Debuggen und Releasen eines Moduls. Und die NuGet-Spezifikation.

  • Beim Debug werden die DLLs, PDBs und statischen Assets wie Skripte und Stylesheets der 3 anderen Projekte in den bereits gebauten Oqtane.Server oqtane.framework/oqtane.server/bin/debug/net10.0/... kopiert.
  • Beim Release wird ein NuGet-Paket erstellt und unter oqtane.framework/oqtane.server/Packages abgelegt. Dort abgelegte NuGet-Pakete werden beim nächsten Start des Oqtane Servers installiert (DB Migrationen werden gemacht und die Pakete entpackt).

Systemarchitektur (Postgres / Oqtane / Nginx)

In diesem Kapitel erkläre ich wie die ausgewählten Komponenten zusammenspielen. Wir verwenden NginX als Reverse Proxy, welcher bei uns die SSL Terminierung macht. Das Zertifikat, welches verwendet wird, wird von Let's Encrypt bereit gestellt und mitels HTTP-Challanges und dem Certbot auf dem Server aktualisiert und verwaltet. Oqtane selber läuft als Systemd-Service im Kestrel Backend. Kestrel ist ein kleiner Webserver, welcher in das ASP.NET Core Framework eingebaut worden ist. Oqtane (bzw. der ASP.NET Core Server "Kestrel") hört auf der Loopback IP und Port 5000. Damit ist Oqtane nur durch NginX erreichbar. PostgreSQL ist die Datenbank in dem System: Sie hört wieder auf der Loopback IP und Port 5432.

architecture-beta
    group server(server)[Server]

    service db(database)[PostgreSQL] in server
    service oqtane(server)[Oqtane] in server
    service nginx(server)[NginX] in server
    
    service internet(cloud)[Internet] 

    internet:R <--> L:nginx
    nginx:R <--> L:oqtane
    oqtane:R <--> L:db

Zusätzlich gab es einen Administrationszugang zu den Servern, welcher über SSH möglich war. Dieser wurde für die Installation und Konfiguration der einzelnen Komponenten verwendet. Bei Hetzner war dieser Zugang nur über eine Wireguard VPN erreichbar. Bei der Schule war dieser Zugang direkt (über einen Hight-Port) möglich. Und bei LiveDesign war dieser Zugang wieder über eine VPN geregelt. Anfänglich mit SSL VPN, später mit einem IPSEC / Strongswan.

Entwicklung mit ASP.NET (Was ist Blazor? / Was ist Razor? / Kestrel)

Blazor 3

Blazor ist ein kostenloses und quelloffenes Web-Framework, welches es Möglich macht, Benutzeroberflächen für Web-Browser basierend auf C# and HTML zu erstellen. Es wird von Microsoft als teil des ASP.NET Core Frameworks entwickelt.

Blazor hat mehrere Hosting-Modelle:

  • Blazor Web App: Hier wird die Web App als Teil einer ASP.NET Core Anwendung bereitgestellt. Hier gibt es mehrere Render Modi:
    • Static Server: Die Komponente wird serverseitig "gerenderet" und besitzt keine Interaktivität. Das istder Default RenderMode
    • Interative Server: Die Komponente wird serverseitig "gerendert", diesmal ist sie jedoch interaktiv. Das bedeutet: Man kann mithilfe von C# den Zustand der Seite dynamisch bearbeiten. Diese Zustandsänderungen werden serverseitig bearbeitet. Hierbei kommunizieren Server und Client mithilfe von SignalR über WebSockets miteinander.
    • Interactive WebAssembly: Die Komponente wird clientseitig, also im Browser, "gerendert". Damit der Blazor C# Code auch im Browser ausgeführt werden kann wird dieser in WebAssembly kompiliert.
    • Interactive Auto: Im Interactive Auto Modul wird bei dem initialen Besuch der Website der Interactive Server Modus gewählt und im Hintergrund wird der WebAssembly-Build heruntergeladen, damit bei weiteren Besuchen der Seite der Interactive WebAssembly Modus gewählt werden kann.
  • Hybrid: Dieser Modus ist der einzige, welcher nicht innerhalb einer Blazor Web App läuft, sondern in einem WebView einer Nativen App. Dabei wird innerhalb des Mutterprozesses, ganz ohne WebServer. Das ganze Funktioniert in WPF und WinForms Apps und in nativen mobilen Apps für Android und iOS mithilfe von .NET MAUI.

Razor-Komponenten (in dieser Arbeit, sowie Umgangssprachlich, auch oft nur Komponenten genannt) sind der Grundbaustein für Blazor Web Apps. Sie bestehen aus HTML, welches mit der Verwendung von inline C# beeinflusst werden kann. Das Blazor stellt sicher, dass das gerenderte Markup aktualisiert wird, wenn sicher der Status der Komponente ändert. Dieser Code kann entweder vollständig in einer .razor Dateil liegen, oder in einer seperaten Code-Behind-Datei und der benutzer einer partiellen Klasse. Inline C# Code wird mithilfe von dem @- Zeichen markiert. Hier ist ein Beispiel für einen einfachen Counter:

<h1>Counter</h1>

<p>Count: @count</p>

<button @onclick="Increment">Increment</button>

@code 
{
    private int count = 0;

    private void Increment()
    {
        count++;
    }
}

Mit@count in Zeile 3 wird der Wert der Variablen count in den <p> Tag mit eingebaut. Mit @onclick="Increment" in Zeile 5 wird die onclick Property vom <button>Tag auf die Increment Methode im C# Code. Der @code Block in Zeile 7 ist der C# Code, welcher diese Komponente dynamisch macht. Hier ist die Variable count definiert und die Methode Increment, welche dieser Komponente interaktiv macht.

Razor hat auch eine Reihe an Keywords wie zum Beipsiel (nur Auszugsweise, bzw. die die wir verwendet haben):

  • namespace: Gibt den aktuellen Namespace in der Razor Datei ein
  • inherits: Gibt die Superklasse der generierten C# Klasse an.
  • using: Gibt die im C# Code benutzen/verfügbaren Namespaces an
  • foreach: Für Wiederholungen im Markup
  • if: Für verzweigungen im Markup

SignalR

Kestrel

Dependency injection

Dependency Inversion Principle 4

Das Dependency-Inversion-Principle (DIP / auf Deutsch: Abhängigkeits-Umkehr-Prinzip) ist eines von den fünf SOLID Prinzipien in der Softwareentwicklung.

Das DIP unterscheidet zwischen high-level und low-level Modulen.

  • Die High-Level-Module beschreiben die Applikations- / Businesslogik, ohne direkt mit den Low-Level-Modulen zu interagieren, sondern lediglich auf Abstraktionen. 5
  • Die Abstraktionen sollen nicht von Implementierungsdetails abhängig sein, sondern die Low-Level-Implementierung sollen gemäß der Abstraktionsschicht implementiert werden. 5

Ausgangslage ist eine Softwarearchitektur im Direct-Dependency-Graph-Modell.

architecture-beta
    service a(mdi:package-variant-closed)[Klasse A] 
    service b(mdi:package-variant-closed)[Klasse B]
    service c(mdi:package-variant-closed)[Klasse C]

    a:R --> L:b
    b:R --> L:c

Bei diesem Beispiel ist die Klasse A ein high-level Modul, welches direkt auf die Klasse B referenziert, was das DI-Prinzip verbietet. Das Problem dabei: Die einzelnen Klassen sind eng gekoppelt, was das Austauschen von B mit einer anderen Klasse unmöglich macht. Genau dieses Problem wird vom DIP gelöst.

architecture-beta
    service a(mdi:package-variant-closed)[Klasse A] 
    service b(mdi:package-variant-closed)[Klasse B]
    service ib(mdi:car-clutch)[Interface B]
    service c(mdi:package-variant-closed)[Klasse C]
    service ic(mdi:car-clutch)[Interface C]

    a:B --> T:ib
    ib:R <-- L:b
    b:B --> T:ic
    ic:R <-- L:c

Das High-Level-Modul ruft lediglich eine Abstraktion eines Low-Level-Moduls auf, welche von einem, oder mehreren Low-Level-Modulen implementiert wurde. Für das High-Level-Modul ist es hier egal, welches Low-Level-Modul die Implementierung bereitstellt. Dadurch erhält man einen viel modulareren Aufbau in der Software. Die einzelnen Module sind auch leichter austauschbar und testbar. Genau diese Modularität macht Dependency Injection möglich.

Microsoft Dependency Injection Framework

Dependency Injektion ist in .NET genau so wie Konfiguration, Protokollierung und das Optionsmuster ins Framework integriert. 6

Alle Dependencies werden in einem Service-Container zur Verwaltung registriert. .NET hat einen eingebauten Service-Container (eine Implementierung des IServiceProvider). 6

Das Dependency Injection Framework verwaltet alle Instanzen. Nach Bedarf werden Instanzen erstellt, oder wieder entsorgt (sofern das Service nicht mehr gebraucht wird). Beim Instanziieren einer Klasse werden alle im Konstruktor erwarteten Dependencies bereitgestellt, bzw. selbst instanziiert und dannach bereitgestellt. 6

Hier ein Beispiel aus der Dokumentation von Microsoft: 6

HostApplicationBuilder builder = Host.CreateApplicationBuilder(args);

builder.Services.AddHostedService<Worker>();
builder.Services.AddSingleton<IMessageWriter, MessageWriter>();

using IHost host = builder.Build();

host.Run();

public class MessageWriter : IMessageWriter
{
    public void Write(string message)
    {
        Console.WriteLine($"MessageWriter.Write(message: \"{message}\")");
    }
}

public interface IMessageWriter
{
    void Write(string message);
}

public sealed class Worker(IMessageWriter messageWriter) : BackgroundService
{
    protected override async Task ExecuteAsync(CancellationToken stoppingToken)
    {
        while (!stoppingToken.IsCancellationRequested)
        {
            messageWriter.Write($"Worker running at: {DateTimeOffset.Now}");
            await Task.Delay(1_000, stoppingToken);
        }
    }
}

Das ist ein simples Beispiel, welches Teile des DI Frameworks zeigt. Wir haben einen Service (Klasse Worker), ein Dependency (Klasse MessageWriter) und eine Abstraktionsebene, von dem Dependency (Interface IMessageWriter).

Bei Programmstart wird zuerst manuell der Service-Container erstellt, dannach alle Module registriert (entweder als HostedService, oder als Modul mit einer spezifischen Lifetime (Scoped, Transient, Singleton)).

Mit dem Aufruf von builder.Build() wird intern ein Dependency Graph erstellt und mit host.Run() wird versucht die Klasse Worker zu instanziieren und zu starten. Nachdem Worker ein Dependency auf IMessageWriter hat, wird über den zuvor erstellten Dependency-Graph die Implementierung von IMessageWriter gesucht. Jetzt wird MessageWriter instanziiert und dem Konstruktor von Worker übergeben, damit seine Dependencies befriedigt werden.

So sieht der Abhängigkeitsgraph bei diesem Beispiel aus.

architecture-beta
    service a(mdi:package-variant-closed)[Worker] 
    service b(mdi:package-variant-closed)[MessageWriter]
    service ib(mdi:car-clutch)[IMessageWriter]

    a:R --> L:ib
    ib:R <-- L:b

Continuous Integration

Automatisierter Build und Release Prozess mithilfe von Gitea Actions.

Gitea, das Versionskontrollsystem dieser Diplomarbeit, hat einen Continuous-Integration-System eingebaut. Im Kern ist es baugleich zu den GitHub-Pipelines. Man kann im .gitea/workflow Ordner .yml Dateien ablegen, welche dann das Verhalten der Workflows definieren.

Man kann definieren auf welcher Änderung im Git Repository die Pipeline losgetreten wird (Keyword: on) und entweder eigene Kommandos aufreihen, oder auf bestehende actions zurückgreifen, welche dann der Reihe nach ausgeführt werden (Keyword: jobs).

Die meisten Pipelines sind folgendermaßen Aufgebaut: Clone -> Checkout -> Submodule Checkout (optional) -> Dependencies einrichten (zum Beispiel das dotnet SDK) -> Build ausführen. -> Release erstellen und Artefakte veröffentlichen (z.B. in Registries). Aber man kann auch andere Dinge tun, z.B. mithilfe von Künstlicher Intelligenz Code und Dokumentation überprüfen.

Anwendungen von Gitea Actions bei dieser Diplomarbeit:

  • APT-Package Repository:

    Zum Bauen von Oqtane und allen Modulen, verpacken in ein .deb Paket und in die Registry pushen.

  • Interfaces Projekt

    Zum Bauen vom Interfaces-Projekt, verpacken in ein NuGet Paket und in die Registry pushen.

  • ursprünglich: oqtane.framework

    Zum bauen und Verpacken in einen Docker Container und in die Registry pushen.

  • PM Repository:

    Zum automatischen Überprüfen der Dokumente, unter anderem, mithilfe von KI, wie zum Beispiel Gemini.

Projektmanagement

Scrum

YouTrack

Gitea (mit Issues)

Git

Kommunikation

Learnings

Probleme mit Oqtane

Arbeitszeiteinschätzung (Zeitverzug)

Teamleitung (Motivation / Downsizing)

Produktion != Staging

Sprints und Meetings (in Zukunft ja asynchron)

Modules

Mass Mailer

Event Registration

Schwarzes Brett