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2026-03-18 12:26:49 +00:00
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@@ -7,7 +7,7 @@ gitea: none
In diesem Abschnitt wird meine persönliche Aufgabenstellung im Rahmen des Projektes (`Alumnihub`) beschrieben.
### Auftrag / persönliche Aufgabenstellungen
### 1.1 Auftrag / persönliche Aufgabenstellungen
Meine Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten:
- Product Owner
- Infrastruktur
@@ -15,17 +15,23 @@ Meine Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten:
- Auswertungen
- Schwarzes Brett
### Motivation
### 1.2 Motivation
Meine Motivation war das Lernen von ASP.NET und der Entwicklung mit Blazor und Oqtane. Ich habe Interesse an dem Thema Webentwicklung. Privat entwickle ich schon seit Jahren viel mit React.JS.
## 2. Anforderungen an das entwickelte Modul bzw. die Funktionalität
### 2.1 Modulanforderungen / funktionale Anforderungen
### 2.2 Infrastrukturanforderungen / nichtfunktionale Anforderungen
- funktionale / nichtfunktionale Anforderungen
- Use Cases
## 3. Technische Grundlagen
Mein Aufgabenbereich umfasst einerseits die Entwicklung eigener Module, sowie das Bereitstellen des Services. Als Betriebssystem habe ich mich für Linux entschieden, einfach, da ich mit Linux im Serverumfeld die meisten und besten Erfahrungen gemacht habe.
## 3. Technisches Umfeld
Mein Aufgabenbereich umfasst einerseits die Entwicklung eigener Module, sowie das Bereitstellen des Services.
### 3.1 Auswahlverfahren
#### 3.1.1 Entscheidungsfindung CMS
Auch steht die Wahl der Programmiersprache und des CMS an. Nachdem wir im Unterricht fast ausschließlich mit C# entwickelt haben und nicht in eine komplett unbekannte Entwicklungsumgebung abdriften wollten, haben wir uns für die Webentwicklung mit ASP.NET Core 9 (Upgrade im Lauf der Diplomarbeit auf .NET Core 10) und dem CMS Oqtane entschieden. Auch hier gab es einige Kandidaten:
- Piranha CMS
@@ -39,6 +45,10 @@ Auch steht die Wahl der Programmiersprache und des CMS an. Nachdem wir im Unterr
Insbesondere aufgrund seiner sehr hohen Flexibilität, haben wir uns am Ende für Oqtane entschieden.
#### 3.1.2 Entscheidungsfindung restliche Infrastruktur
Als Betriebssystem habe ich mich für Linux entschieden, einfach, da ich mit Linux im Serverumfeld die meisten und besten Erfahrungen gemacht habe.
Im Bereich der Datenbanken musste ich mir ein paar Fragen stellen:
1. Auf welche Art Datenbank setzen wir? SQL, NoSQL, Graph, ...
2. Mit welcher speziellen Implementierung bekommen wir Support und bei welcher haben wir Vorwissen im Team?
@@ -46,9 +56,8 @@ Im Bereich der Datenbanken musste ich mir ein paar Fragen stellen:
Es war von Anfang an klar, dass es ein SQL-basiertes System wird, da wir im Team nur mit SQL-basierten Systemen Erfahrungen haben. Außerdem unterstützt unser CMS (Oqtane) nur SQL-basierte Systeme. In der Linuxwelt kommen jetzt nur noch ein paar Datenbankmanagementsysteme in die Auswahl: PostgreSQL, MySQL / MariaDB, SQLite. Da ist die Wahl auf PostgreSQL gefallen. Grund dafür war meine Vorerfahrung mit diesem Datenbankmanagementsystem, welche ich in meinem Nebenjob errungen habe.
### 3.2 Beschreibung und Architektur von Oqtane
# Technologie
## Was ist Oqtane? Architektur von Oqtane?
Oqtane ist ein Framework und CMS zur Entwicklung von Webseiten mithilfe von ASP.NET und Blazor. [^5] Ein Oqtane-System besteht aus mehreren Komponenten.
In dieser Diplomarbeit fokussieren wir uns hauptsächlich auf `Themes` und `Modules`, aber es gibt auch `Language Packs` und `Pure Extensions`. [^6]
@@ -58,7 +67,7 @@ Ein `Module` (Modul) soll neue Funktionalitäten in das CMS hinzufügen und ein
[^5]: https://www.oqtane.org/#about
[^6]: https://docs.oqtane.org/dev/extensions/index.html
### Architektur eines Moduls
#### 3.2.1 Architektur eines Moduls
Ein Modul in Oqtane besteht aus vier Projekten:
- Im Server-Projekt liegt Sourcecode, welcher serverseitig ausgeführt werden soll. Dazu gehören unter anderem alle Repositories, Controller, Manager, Migrationen und Server-Services und Server-Startuplogik.
@@ -71,7 +80,7 @@ Ein Modul in Oqtane besteht aus vier Projekten:
- Beim Debug werden die DLLs, PDBs und statischen Assets wie Skripte und Stylesheets der drei anderen Projekte in den bereits gebauten Oqtane.Server `oqtane.framework/oqtane.server/bin/debug/net10.0/...` kopiert.
- Beim Release wird ein NuGet-Paket erstellt und unter oqtane.framework/oqtane.server/Packages abgelegt. Dort abgelegte NuGet-Pakete werden beim nächsten Start des Oqtane Servers installiert (Datenbank Migrationen werden gemacht und die Pakete entpackt).
## Systemarchitektur (Postgres / Oqtane / Nginx)
### 3.3 Zusammenspiel der Infrastruktur
In diesem Kapitel erkläre ich wie die ausgewählten Komponenten zusammenspielen. Wir verwenden NginX als Reverse Proxy, welcher bei uns die SSL Terminierung macht. Das Zertifikat, welches verwendet wird, wird von Let's Encrypt bereit gestellt und mittels HTTP-Challenges und dem Certbot auf dem Server aktualisiert und verwaltet. Oqtane selber läuft als Systemd-Service im Kestrel Backend. Kestrel ist ein kleiner Webserver, welcher in das ASP.NET Core Framework eingebaut worden ist. Oqtane (bzw. der ASP.NET Core Server "Kestrel") hört auf der Loopback IP und Port 5000. Damit ist Oqtane nur durch NginX erreichbar. PostgreSQL ist die Datenbank in dem System: Sie hört wieder auf der Loopback IP und Port 5432. In der folgenden Grafik ist das System Schematisch dargestellt.
@@ -100,8 +109,10 @@ Zusätzlich gab es einen Administrationszugang zu den Servern, welcher über SSH
Die VPN basierten Zugänge sind tendenziell schwieriger zu finden und auszunutzen, während die Lösung in der Schule mittels Highport den SSH Service öffentlich erreichbar macht. Durch den `Highport` ist der SSH Service schwieriger zu finden. Zur Authentifizierung mit SSH verwenden wir SSH-Keys, da diese durch ihre komplexität sicherer sind, als Passwörter.
## Entwicklung mit ASP.NET (Was ist Blazor? / Was ist Razor? / Kestrel)
### Blazor [^7]
### 3.4 Entwicklung mit ASP.NET
#### 3.4.1 Blazor [^7]
Blazor ist ein kostenloses und quelloffenes Web-Framework, welches es möglich macht Benutzeroberflächen für Web-Browser, basierend auf C# and HTML, zu erstellen. Es wird von Microsoft als teil des ASP.NET Core Frameworks entwickelt.
Blazor hat mehrere Hosting-Modelle:
@@ -143,13 +154,11 @@ Razor hat auch eine Reihe an Keywords, wie zum Beipsiel (nur Auszugsweise, bzw.
[^7]: https://en.wikipedia.org/wiki/Blazor
### Kommunikation zwischen Front- und Backend
Wie Front- und Backend miteinander interagieren hängt hauptsächlich vom Render Modus ab. Oqtane kann auf verschiedene Arten betrieben werden. Hierbei ist es dem Modulentwickler ziemlich egal, welche Art der Kommunikation (WebSockets, HTTP Long-Polling, REST) verwendet wird.
#### 3.4.2 Kommunikation zwischen Front- und Backend
#### SignalR
SignalR ist eine Library aus dem ASP.NET Framework, welche es möglich macht, Server zu Client Kommunikation zu betreiben. Oqtane verwendet SignalR im `Interactive Server (SignalR)` Render-Modus.
Wie Front- und Backend miteinander interagieren hängt hauptsächlich vom Render-Modus ab. Oqtane kann auf verschiedene Arten betrieben werden. Hierbei ist es dem Modulentwickler ziemlich egal, welche Art der Kommunikation (WebSockets, HTTP Long-Polling, REST) verwendet wird. SignalR ist eine Library aus dem ASP.NET Framework, welche es möglich macht, Server zu Client Kommunikation zu betreiben. Oqtane verwendet SignalR im `Interactive Server (SignalR)` Render-Modus.
## Dependency Injection
### 3.5 Dependency Injection
Dependency Injection ist ein Entwurfsmuster, bei dem die Abhängigkeiten eines Objekts nicht von diesem selbst erzeugt, sondern von außen „injiziert“ werden.
@@ -159,7 +168,8 @@ In den folgenden beiden Kapiteln wird das Dependency Inversion Principle und das
[^9]: https://martinfowler.com/articles/injection.html
### Dependency Inversion Principle [^1]
#### 3.5.1 Dependency Inversion Principle [^1]
Das Dependency-Inversion-Principle (DIP / auf Deutsch: Abhängigkeits-Umkehr-Prinzip) ist eines von den fünf `SOLID` Prinzipien in der Softwareentwicklung.
Das DIP unterscheidet zwischen high-level und low-level Modulen.
@@ -189,7 +199,8 @@ architecture-beta
```
Das High-Level-Modul ruft lediglich eine Abstraktion eines Low-Level-Moduls auf, welche von einem, oder mehreren Low-Level-Modulen implementiert wurde. Für das High-Level-Modul ist es hier egal, welches Low-Level-Modul die Implementierung bereitstellt. Dadurch erhält man einen viel modulareren Aufbau in der Software. Die einzelnen Module sind auch leichter austauschbar und testbar. Genau diese Modularität macht Dependency Injection möglich.
### Microsoft Dependency Injection Framework
#### 3.5.2 Microsoft Dependency Injection Framework
Dependency Injektion ist in .NET genau so wie Konfiguration, Protokollierung und das Optionsmuster ins Framework integriert. [^4]
Alle Dependencies werden in einem `Service-Container` zur Verwaltung registriert. .NET hat einen eingebauten `Service-Container` (eine Implementierung des `IServiceProvider`). [^4]
@@ -258,9 +269,7 @@ architecture-beta
[^4]: https://learn.microsoft.com/en-us/dotnet/core/extensions/dependency-injection/overview
# Continuous Integration
## Automatisierter Build und Release Prozess mithilfe von Gitea Actions.
### 3.6 Continuous Integration
Gitea, das Versionskontrollsystem dieser Diplomarbeit, hat einen Continuous-Integration-System eingebaut. Im Kern ist es baugleich zu den GitHub-Pipelines. Man kann im `.gitea/workflow` Ordner `.yml` Dateien ablegen, welche dann das Verhalten der Workflows definieren.
@@ -280,65 +289,24 @@ Anwendungen von Gitea Actions bei dieser Diplomarbeit:
- PM Repository:
> Zum automatischen Überprüfen der Dokumente, unter anderem, mithilfe von KI, wie zum Beispiel Gemini.
# Projektmanagement
## Scrum
## YouTrack
## Gitea (mit Issues)
## Git
## Kommunikation
### 3.7 Debian Paket
# Learnings
TODO
## Produktion != Staging
## 4 Projektmanagement
### 4.1 Scrum
### 4.2 YouTrack
### 4.3 Gitea (mit Issues)
### 4.4 Git
### 4.5 Kommunikation
Ein Learning, welches doch relativ schnell aufkam ist im Bereich der IT eigentlich kein unbekanntes. Wir hatten dieses Learning relativ bald, im Frühling 2025, als die ersten Probleme mit dem Deployment von Oqtane aufkamen. Oqtane war zwar in unserer Entwicklungsumgebung sehr einfach zum einrichten gewesen, das Deployment in der Cloud vom Hetzner war jedoch geplagt von Problemen. Im Zeitraum von Mai bis Okober hatten wir keine laufende Produktivumgebung. Dadurch sind wir mit dieser Diplomarbeit auch in [Zeitverzug](#Arbeitszeiteinschätzung-und-verzug) gekommen. Hätte ich mich vor dem Start der Diplomarbeit mit dem Deployment von Oqtane auseinander gesetzt, dann wäre das in [Probleme mit Oqtane](#Probleme mit Oqtane) beschriebene Problem früher aufgekommen und der Zeitverzug wäre nicht so groß, oder noch ganz vermeidbar gewesen.
## 5 Module
## Teamleitung (Motivation / Downsizing)
Nachdem ich mich von Anfang an volkommen in das Deploymentproblem von Oqtane gestürzt habe, habe ich meine Rolle als Teamleitung etwas schleifen lassen. Dadurch fehlte bei einigen Teammitgliedern initial die Identifikation mit dem Projekt und in weitererfolge auch die Motivation an diesem Projekt mitzuarbeiten. Nachdem im Verlauf des Frühlings und über den Sommer von der hälfte des Teams trotz Besprechungen und Mahnungen keine Beiträge zu dem Projekt kamen, haben Hr. Prof. Gürth und ich uns dazu entschieden uns von 2 Personen vor unterschreiben des Projektantrages zu trennen. Grund dazu war die Angst, die mangelnde Motivation zieht das restliche Team mit hinunter. Wir wollten uns trotz des Downsizings nicht an Funktionalitäten sparen und haben uns für das nächste halbe bis dreiviertel Jahr einen ziemlich strikten Zeiplan vorgenommen.
## Arbeitszeiteinschätzung (Zeitverzug)
Ein wesentliches Learning aus dem Projektverlauf war die Diskrepanz zwischen der initialen Planung und dem tatsächlichen Aufwand. Ursprünglich wurde der Zeitaufwand für das Aufsetzen der Infrastruktur und die Einarbeitung in das Oqtane-Framework auf etwa drei Wochen geschätzt. In der Realität nahm dieser Prozess jedoch mehrere Monate in Anspruch.
Es gibt mehrere Gründe dafür:
- `Fehlende oder nur schlechte Dokumentation von Oqtane`: Einige Probleme im Deployment wurden in langer und mühseliger Arbeit auseinander gebrochen und in weitere immer kleinere Probleme unterteilt. Dadurch, dass wir alle keine Erfahrung mit der Entwicklung und dem Deployment von ASP.NET Code Anwendungen hatten und die Dokumentation doch schlecht war, blieb uns manchmal nichts anderes übrig als mit WireShark den Netzwerktraffic mit zu schneiden und nebenbei im Git Repository die geloggten Zeilen Code zu finden und so das Framework von innen heraus kennen zu lernen. Dadurch hatte ich dann nach einer Einarbeitungszeit von 4 Monaten ziemlich jede Stelle im Sourcecode von Oqtane gesehen und finde mich um das schneller zurecht.
- `Team-Konsolidierung`: Durch das notwendige Downsizing des Teams mussten Aufgaben neu verteilt werden, was die individuelle Arbeitslast erhöhte und die Konzentration auf die Kernentwicklung zeitweise verzögert hat.
- `Abhängigkeit von der Infrastruktur`: Dadurch, dass wir bis in den Oktober / November hinein nicht wussten, ob wir weiter bei Oqtane bleiben können, haben die anderen Teammitglieder nicht mit der sinnvollen Entwicklung ihrer Module starten können. Zitat: "Und was wenn wir am Ende doch noch das CMS umstellen müssen?" => Auch wenn der Auftrag war, mit der Modulentwicklung zu starten war die Motivation meiner Teammitglieder nicht so hoch. Selbst wenn sie nicht direkt von der Infrastruktur mit der Ausführung ihrer Aufgaben abhängig waren, motiviert waren sie wegen der Umstände auch nicht.
Reaktion auf den Verzug:
Um das Projektziel dennoch zu erreichen, wurde der Zeitplan im Herbst 2025 massiv gestrafft. Durch die Umstellung auf einen strikteren 14-tägigen Sprint-Rhythmus und die Priorisierung von Core-Funktionalitäten (MVP-Ansatz) konnte der Rückstand teilweise aufgeholt werden.
> Fazit: Die Erfahrung zeigt, dass gerade bei "Nischen-Frameworks" wie Oqtane ein deutlich höherer Puffer für die Einarbeitungs- und Infrastrukturphase (Faktor 2 bis 3 der ursprünglichen Schätzung) eingeplant werden muss.
`90% fertig, oder fertig?`: Es gibt einige "Regeln", wie: das `Paretoprinzip`, `Hofstadters Law` und die `90-90 Regel`. Letztere wurde im Jahr 1985 von Jon Bentley in einer Kolumne "Programming pearls" veröffentlicht. Ausgeschrieben lautet sie:
> [Rule of Credibility] The first 90 percent of the code accounts for the first 90 percent of the development time. The remaining 10 percent of the code accounts for the other 90 percent of the development time.
(Jon Bentley. 1985. Programmimg pearls. Commun. ACM 28, 9 (Sept. 1985), 896901. https://doi.org/10.1145/4284.315122) [^8]
Diese Diplomarbeit liefert weitere Evidenz, dass diese Faustregel stimmt.
[^8]: https://dl.acm.org/doi/10.1145/4284.315122
## Sprints und Meetings (in Zukunft ja asynchron)
Ein zentrales Problem in unserer ursprünglichen Arbeitsweise war die Kopplung von Besprechungsterminen mit festen „Commit-Deadlines“ (dem Ende des aktuellen Sprint zyklusses). Da wir uns einmal pro Woche für sechs Stunden am Stück trafen, entstand ein destruktives Muster:
- Der "Last-Minute-Commit"-Druck: In den Stunden unmittelbar vor dem Meeting wurden Aufgaben unter Zeitdruck abgeschlossen, um im Meeting Fortschritte präsentieren zu können. Dies führte dazu, dass unfertiger oder unzureichend getesteter Code („Quick and Dirty“) in das Repository gepusht wurde.
- Fehlende Review-Kultur: Da die Commits erst kurz vor dem Meeting eintrafen, blieb dem restlichen Team keine Zeit für fundierte Code-Reviews. Die Besprechungszeit wurde somit für die Fehlersuche statt für strategische Planung genutzt.
- Ineffizienz: Lange Präsenz-Meetings blockierten wertvolle Entwicklungszeit, ohne die technische Qualität zu steigern.
Lösungsansatz: Meetings und Besprechungen asynchron zueinander setzen.
- Asynchrone Daily-Updates: Statusberichte erfolgen schriftlich (z. B. in Gitea Issues oder YouTrack), nicht mehr in stundenlangen Call-Marathons. Das nimmt den zeitlichen Druck vom einzelnen Entwickler. Oder zumindest in kurzen Commitnachrichten, welche am Ende des Tages automatisch an alle Teammitglieder zum überblick gesendet werden (eventuell mit @username tagging, um eine Person nochmal genau anzusprechen)
- Review-First-Policy: Ein Feature gilt erst dann als „fertig“, wenn es einen asynchronen Code-Review-Prozess durchlaufen hat. Das Meeting dient nur noch der Klärung von Blockern, nicht der Präsentation von Code. Das war eigentlich schon von Anfang an in unserer `Definition of Done` festgelegt worden.
- Entkoppelung von Meeting und Deadline: Meetings sollten der Synchronisation dienen, während die Abgabe von Arbeitspaketen kontinuierlich (Continuous Integration) erfolgen muss, um Lastspitzen (in der [Gitea Actions](#Continuous Integration) Pipeline) am Tag der Besprechung zu vermeiden.
# Modules
## Admin Modules
### 5.1 Admin Modules
Eine C#-Solution, welche einige Module, welche für den Admineinsatz geschrieben worden sind beinhaltet. Dieses Modul besteht aus 3 Teilmodulen. Einem Modul für den Versand von Rundmails, eines für die Einstellung von der Token Lebenszeit bei Tokens, welche per E-Mail verschickt werden und eines, welches das Reporting-System übernimmt.
### Mass Mailing
#### 5.2 Mass Mailing
Das Mass Mailer Modul ist eine administrative Erweiterung für den Alumnihub, die es dem Vorstand ermöglicht, personalisierte Rundschreiben an alle registrierten Mitglieder zu versenden. Da die Pflege der Mitgliederdaten direkt im CMS erfolgt, bietet dieses Modul eine nahtlose Integration ohne den Export von CSV-Listen in externe Newsletter-Tools.
@@ -348,7 +316,7 @@ Für den tatsächlichen Versand der E-Mails nutzen wir den Cloud-Dienst Brevo. D
`Batch-Processing`: Mails werden nicht sofort ("Fire and Forget") versendet, sondern in eine Versandwarteschlange geschrieben. Nachdem schon die Notifications Infrastruktur, welche sich auch um den Mail versand kümmert, ins Framework eingebaut worden ist, nutzen wir diese geleich und `schedulen` unsere E-Mails. Immer 100 Mails alle 24 Stunden bis alle Ziele die Mails erhalten haben. Das Limit von 100 / Tag ist konservativ sehr niedrig angesetzt, damit funktionen wie Passwort Reset Mails nicht (leicht) dadurch beeinflusst werden können.
### Token Lifetime
#### 5.3 Token Lifetime
Das Token Lifetime Modul wurde geschrieben, um die Token-Lebenszeit konfigurierbar zu machen. Notwendig war das, um die Passwort Reset Links im initialen Mail versand länger gultig sein zu lassen. Durch das `Batch Processing` war es Möglich, dass eine Mail erst Tage nach erstellen des Links hinaus geschickt wird und bei einer Standard Ablaufdauer von 2 Tagen sind machne Links schon ungültig, bis sie den Mail Server erreichen. Ziel war es, die Änderung der Lebenszeit für Administratoren im User Interface im Admin Bereich möglich zu machen.
@@ -363,7 +331,7 @@ Es gibt 2 Möglichkeiten, wie man dieses Problem Lösen kann:
[^10]: https://andrewlock.net/implementing-custom-token-providers-for-passwordless-authentication-in-asp-net-core-identity/#changing-the-default-token-lifetime
[^11]: https://www.cs.umd.edu/projects/syschat/raceConditions.pdf
### Reporting System
#### 5.4 Reporting System
Eine weitere Anforderung der Diplomarbeit war es Einträge in Modulen wie der `Hall of Fame`, dem `Schwarzen Brett` und dem Premium Bereich (`Engineer Applications`) melden zu können. Am Anfang war es wichtig, dass jeder schnell vorrankommt, allerdings haben wir die Kommunikation Teamintern ein wenig verschlafen und dadurch ein paar Funktionen doppelt geschrieben. Dadurch kam es zu inkonsistenzen in der Verwendung der unterschiedlichen Reporting Systeme. Deswegen haben wir uns am Ende für eine globales Reporting System entschieden.
@@ -404,5 +372,50 @@ Die Implementierung des IReportingComponents stellt nur eine Property (`ReportTy
Die Bereitstellund des Moduls geschieht im `AdminModules` Modul.
## Event Registration
## Schwarzes Brett
### 5.5 Event Registration
### 5.6 Schwarzes Brett
## 6 Learnings
### 6.1 Produktion != Staging
Ein Learning, welches doch relativ schnell aufkam ist im Bereich der IT eigentlich kein unbekanntes. Wir hatten dieses Learning relativ bald, im Frühling 2025, als die ersten Probleme mit dem Deployment von Oqtane aufkamen. Oqtane war zwar in unserer Entwicklungsumgebung sehr einfach zum einrichten gewesen, das Deployment in der Cloud vom Hetzner war jedoch geplagt von Problemen. Im Zeitraum von Mai bis Okober hatten wir keine laufende Produktivumgebung. Dadurch sind wir mit dieser Diplomarbeit auch in [Zeitverzug](#Arbeitszeiteinschätzung-und-verzug) gekommen. Hätte ich mich vor dem Start der Diplomarbeit mit dem Deployment von Oqtane auseinander gesetzt, dann wäre das in [Probleme mit Oqtane](#Probleme mit Oqtane) beschriebene Problem früher aufgekommen und der Zeitverzug wäre nicht so groß, oder noch ganz vermeidbar gewesen.
### 6.2 Teamleitung (Motivation / Downsizing)
Nachdem ich mich von Anfang an volkommen in das Deploymentproblem von Oqtane gestürzt habe, habe ich meine Rolle als Teamleitung etwas schleifen lassen. Dadurch fehlte bei einigen Teammitgliedern initial die Identifikation mit dem Projekt und in weitererfolge auch die Motivation an diesem Projekt mitzuarbeiten. Nachdem im Verlauf des Frühlings und über den Sommer von der hälfte des Teams trotz Besprechungen und Mahnungen keine Beiträge zu dem Projekt kamen, haben Hr. Prof. Gürth und ich uns dazu entschieden uns von 2 Personen vor unterschreiben des Projektantrages zu trennen. Grund dazu war die Angst, die mangelnde Motivation zieht das restliche Team mit hinunter. Wir wollten uns trotz des Downsizings nicht an Funktionalitäten sparen und haben uns für das nächste halbe bis dreiviertel Jahr einen ziemlich strikten Zeiplan vorgenommen.
### 6.3 Arbeitszeiteinschätzung (Zeitverzug)
Ein wesentliches Learning aus dem Projektverlauf war die Diskrepanz zwischen der initialen Planung und dem tatsächlichen Aufwand. Ursprünglich wurde der Zeitaufwand für das Aufsetzen der Infrastruktur und die Einarbeitung in das Oqtane-Framework auf etwa drei Wochen geschätzt. In der Realität nahm dieser Prozess jedoch mehrere Monate in Anspruch.
Es gibt mehrere Gründe dafür:
- `Fehlende oder nur schlechte Dokumentation von Oqtane`: Einige Probleme im Deployment wurden in langer und mühseliger Arbeit auseinander gebrochen und in weitere immer kleinere Probleme unterteilt. Dadurch, dass wir alle keine Erfahrung mit der Entwicklung und dem Deployment von ASP.NET Code Anwendungen hatten und die Dokumentation doch schlecht war, blieb uns manchmal nichts anderes übrig als mit WireShark den Netzwerktraffic mit zu schneiden und nebenbei im Git Repository die geloggten Zeilen Code zu finden und so das Framework von innen heraus kennen zu lernen. Dadurch hatte ich dann nach einer Einarbeitungszeit von 4 Monaten ziemlich jede Stelle im Sourcecode von Oqtane gesehen und finde mich um das schneller zurecht.
- `Team-Konsolidierung`: Durch das notwendige Downsizing des Teams mussten Aufgaben neu verteilt werden, was die individuelle Arbeitslast erhöhte und die Konzentration auf die Kernentwicklung zeitweise verzögert hat.
- `Abhängigkeit von der Infrastruktur`: Dadurch, dass wir bis in den Oktober / November hinein nicht wussten, ob wir weiter bei Oqtane bleiben können, haben die anderen Teammitglieder nicht mit der sinnvollen Entwicklung ihrer Module starten können. Zitat: "Und was wenn wir am Ende doch noch das CMS umstellen müssen?" => Auch wenn der Auftrag war, mit der Modulentwicklung zu starten war die Motivation meiner Teammitglieder nicht so hoch. Selbst wenn sie nicht direkt von der Infrastruktur mit der Ausführung ihrer Aufgaben abhängig waren, motiviert waren sie wegen der Umstände auch nicht.
Reaktion auf den Verzug:
Um das Projektziel dennoch zu erreichen, wurde der Zeitplan im Herbst 2025 massiv gestrafft. Durch die Umstellung auf einen strikteren 14-tägigen Sprint-Rhythmus und die Priorisierung von Core-Funktionalitäten (MVP-Ansatz) konnte der Rückstand teilweise aufgeholt werden.
> Fazit: Die Erfahrung zeigt, dass gerade bei "Nischen-Frameworks" wie Oqtane ein deutlich höherer Puffer für die Einarbeitungs- und Infrastrukturphase (Faktor 2 bis 3 der ursprünglichen Schätzung) eingeplant werden muss.
`90% fertig, oder fertig?`: Es gibt einige "Regeln", wie: das `Paretoprinzip`, `Hofstadters Law` und die `90-90 Regel`. Letztere wurde im Jahr 1985 von Jon Bentley in einer Kolumne "Programming pearls" veröffentlicht. Ausgeschrieben lautet sie:
> [Rule of Credibility] The first 90 percent of the code accounts for the first 90 percent of the development time. The remaining 10 percent of the code accounts for the other 90 percent of the development time.
(Jon Bentley. 1985. Programmimg pearls. Commun. ACM 28, 9 (Sept. 1985), 896901. https://doi.org/10.1145/4284.315122) [^8]
Diese Diplomarbeit liefert weitere Evidenz, dass diese Faustregel stimmt.
[^8]: https://dl.acm.org/doi/10.1145/4284.315122
### 6.4 Sprints und Meetings (in Zukunft ja asynchron)
Ein zentrales Problem in unserer ursprünglichen Arbeitsweise war die Kopplung von Besprechungsterminen mit festen „Commit-Deadlines“ (dem Ende des aktuellen Sprint zyklusses). Da wir uns einmal pro Woche für sechs Stunden am Stück trafen, entstand ein destruktives Muster:
- Der "Last-Minute-Commit"-Druck: In den Stunden unmittelbar vor dem Meeting wurden Aufgaben unter Zeitdruck abgeschlossen, um im Meeting Fortschritte präsentieren zu können. Dies führte dazu, dass unfertiger oder unzureichend getesteter Code („Quick and Dirty“) in das Repository gepusht wurde.
- Fehlende Review-Kultur: Da die Commits erst kurz vor dem Meeting eintrafen, blieb dem restlichen Team keine Zeit für fundierte Code-Reviews. Die Besprechungszeit wurde somit für die Fehlersuche statt für strategische Planung genutzt.
- Ineffizienz: Lange Präsenz-Meetings blockierten wertvolle Entwicklungszeit, ohne die technische Qualität zu steigern.
Lösungsansatz: Meetings und Besprechungen asynchron zueinander setzen.
- Asynchrone Daily-Updates: Statusberichte erfolgen schriftlich (z. B. in Gitea Issues oder YouTrack), nicht mehr in stundenlangen Call-Marathons. Das nimmt den zeitlichen Druck vom einzelnen Entwickler. Oder zumindest in kurzen Commitnachrichten, welche am Ende des Tages automatisch an alle Teammitglieder zum überblick gesendet werden (eventuell mit @username tagging, um eine Person nochmal genau anzusprechen)
- Review-First-Policy: Ein Feature gilt erst dann als „fertig“, wenn es einen asynchronen Code-Review-Prozess durchlaufen hat. Das Meeting dient nur noch der Klärung von Blockern, nicht der Präsentation von Code. Das war eigentlich schon von Anfang an in unserer `Definition of Done` festgelegt worden.
- Entkoppelung von Meeting und Deadline: Meetings sollten der Synchronisation dienen, während die Abgabe von Arbeitspaketen kontinuierlich (Continuous Integration) erfolgen muss, um Lastspitzen (in der [Gitea Actions](#Continuous Integration) Pipeline) am Tag der Besprechung zu vermeiden.