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Konstantin Hintermayer dbb86031b4
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Arbeitszeiteinschätzung
2026-03-10 18:59:00 +00:00

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## 1. Einleitung des individuellen Teils
In diesem Abschnitt wird meine persönliche Aufgabenstellung im Rahmen des Projektes (`Alumnihub`) beschrieben.
### Auftrag / persönliche Aufgabenstellungen
Meine Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten:
- Product Owner
- Infrastruktur
- Entwicklung
- Auswertungen
- Schwarzes Brett
### Motivation
Lernen von ASP.NET und der Entwicklung mit Blazor und Oqtane. Ich habe Interesse an dem Thema Webentwicklung. Privat entwickel ich schon seit Jahren viel mit React.JS.
## 2. Anforderungen an das entwickelte Modul bzw. die Funktionalität
- funktionale / nichtfunktionale Anforderungen
- Use Cases
## 3. Technische Grundlagen
Mein Aufgabenbereich umfasst einerseits die Entwicklung eigener Module, sowie das Bereitstellen des Services. Als Betriebssystem habe ich mich für Linux entschieden, einfach, da ich mit Linux im Serverumfeld die meisten und besten Erfahrungen gemacht habe.
(Diese Entscheidung wurde gemeinsam getroffen:)
Auch steht die Wahl der Programmiersprache und des CMS an. Nachdem wir im Unterricht fast ausschließlich mit C# entwickelt haben und nicht in eine komplett unbekannte Entwicklungsumgebung abdriften wollten, haben wir uns für Webentwicklung mit ASP.NET Core 9 und (Upgrade im Lauf der Diplomarbeit auf .NET Core 10) dem CMS Oqtane entschieden. Auch hier gab es einige Kandidaten:
- Piranha CMS
>Piranha erscheint auf den ersten Blick nicht so flexibel wie Oqtane, basiert auf .NET 8.0 und wird nicht so aktiv gewartet.
- Umbraco
>Viel Arbeit mit Partials, welche in der Admin Oberfläche geschieht, aber sehr gut dokumentiert. Im großen und ganzen wirkt Umbraco nicht so flexibel.
- DNN / Dot Net Nuke
>Platzhirsch. Kennt man, wird von der DNN Foundation gewartet. Arbeitet mit dem Dotnet Framework, welches nicht unter Linux läuft. Und ein Windows Server würde ich ich nicht einfach so ins Internet, abgesehen von den Lizenzkosten, die das kosten würde.
- Oqtane
>Schlecht dokumentiert, auf den ersten Blick sehr modular und flexibel.
Am Ende haben wir uns für das Oqtane Framework trotz seiner schlechten Dokumentation entschieden.
Im Bereich der Datenbanken musste ich mir ein paar Fragen stellen.
1. Auf welche Art Datenbank setzen wir? SQL, NoSQL, Graph, ...
2. Mit welcher speziellen implementiereung bekommen wir Support und haben Wissen im Team?
3. Ist das auserkorene System kompatibel mit dem CMS auf dem wir aufbauen?
Es war von Anfang an klar, dass es ein SQL basiertes System wird, da wir im Team nur mit SQL-basierten Systemen erfahrungen haben. Außerdem unterstützt unser CMS (Oqtane) nur SQL basierte Systeme. In der Linuxwelt kommen jetzt nur noch ein paar Datenbanken in die Auswahl: PostgreSQL, MySQL / MariaDB, SQLite. Da ist die Wahl auf PostgreSQL gefallen. Grund dafür war meine Vorerfahrung mit diesem DBMS, welche ich im Nebenjob errungen habe.
# Technologie
## Was ist Oqtane? Architektur von Oqtane?
Oqtane ist ein Framework und CMS zur Entwicklung von Webseiten mithilfe von ASP.NET und Blazor. [^5] Ein Oqtane-System besteht aus mehreren Komponenten.
In dieser Diplomarbeit fokussieren wir uns hauptsächlich auf `Themes` und `Modules`, aber es gibt auch `Language Packs` und `Pure Extensions`. [^6]
Ein `Module` (Modul) soll neue Funktionalitäten in das CMS hinzufügen und ein `Theme` soll die ganze Gestaltung der Website (die Shell) festlegen. [^6]
[^5]: https://www.oqtane.org/#about
[^6]: https://docs.oqtane.org/dev/extensions/index.html
### Architektur eines Moduls
Ein Modul in Oqtane besteht aus 4 Projekten. Server, Client, Shared und Package.
Im Server-Projekt liegt Sourcecode, welcher serverseitig ausgeführt werden soll. In der Praxis bedeutet das: alle Repositories, Controller, Manager, Migrationen und Server-Services (entwickelt nach einem Interface definiert im Client) und Server-Startuplogik.
Im Client-Projekt liegen Code und Razor-Komponenten für den Client. Also Client-Staruplogik, Client-Services (+ Inferfaces dafür, die Services hier sollen lediglich die Server-Services über HTTP aufrufen), Ressourcendateien (.resx), die Komponenten / das User Interface und die Moduldefinitionen für jedes Modul.
Im Shared-Projekt wird geteilter Sourcecode abgelegt, der server- und clientseitig verwendet wird. In der Praxis bleibt es hierbei bei den EntityFramework-Modellen zum Speichern der Daten im Arbeitsspeicher.
Im Package Projekt findet man Skripte zum Debuggen und Releasen eines Moduls. Und die NuGet-Spezifikation.
- Beim Debug werden die DLLs, PDBs und statischen Assets wie Skripte und Stylesheets der 3 anderen Projekte in den bereits gebauten Oqtane.Server `oqtane.framework/oqtane.server/bin/debug/net10.0/...` kopiert.
- Beim Release wird ein NuGet-Paket erstellt und unter oqtane.framework/oqtane.server/Packages abgelegt. Dort abgelegte NuGet-Pakete werden beim nächsten Start des Oqtane Servers installiert (DB Migrationen werden gemacht und die Pakete entpackt).
## Systemarchitektur (Postgres / Oqtane / Nginx)
In diesem Kapitel erkläre ich wie die ausgewählten Komponenten zusammenspielen. Wir verwenden NginX als Reverse Proxy, welcher bei uns die SSL Terminierung macht. Das Zertifikat, welches verwendet wird, wird von Let's Encrypt bereit gestellt und mitels HTTP-Challanges und dem Certbot auf dem Server aktualisiert und verwaltet. Oqtane selber läuft als Systemd-Service im Kestrel Backend. Kestrel ist ein kleiner Webserver, welcher in das ASP.NET Core Framework eingebaut worden ist. Oqtane (bzw. der ASP.NET Core Server "Kestrel") hört auf der Loopback IP und Port 5000. Damit ist Oqtane nur durch NginX erreichbar. PostgreSQL ist die Datenbank in dem System: Sie hört wieder auf der Loopback IP und Port 5432.
```mermaid
architecture-beta
group server(server)[Server]
service db(database)[PostgreSQL] in server
service oqtane(server)[Oqtane] in server
service nginx(server)[NginX] in server
service internet(cloud)[Internet]
internet:R <--> L:nginx
nginx:R <--> L:oqtane
oqtane:R <--> L:db
```
Zusätzlich gab es einen Administrationszugang zu den Servern, welcher über SSH möglich war. Dieser wurde für die Installation und Konfiguration der einzelnen Komponenten verwendet. Bei Hetzner war dieser Zugang nur über eine Wireguard VPN erreichbar. Bei der Schule war dieser Zugang direkt (über einen Hight-Port) möglich. Und bei LiveDesign war dieser Zugang wieder über eine VPN geregelt. Anfänglich mit SSL VPN, später mit einem IPSEC / Strongswan.
## Entwicklung mit ASP.NET (Was ist Blazor? / Was ist Razor? / Kestrel)
### Blazor [^7]
Blazor ist ein kostenloses und quelloffenes Web-Framework, welches es Möglich macht, Benutzeroberflächen für Web-Browser basierend auf C# and HTML zu erstellen. Es wird von Microsoft als teil des ASP.NET Core Frameworks entwickelt.
Blazor hat mehrere Hosting-Modelle:
- Blazor Web App: Hier wird die Web App als Teil einer ASP.NET Core Anwendung bereitgestellt. Hier gibt es mehrere Render Modi:
- Static Server: Die Komponente wird serverseitig "gerenderet" und besitzt keine Interaktivität. Das istder Default `RenderMode`
- Interative Server: Die Komponente wird serverseitig "gerendert", diesmal ist sie jedoch interaktiv. Das bedeutet: Man kann mithilfe von C# den Zustand der Seite dynamisch bearbeiten. Diese Zustandsänderungen werden serverseitig bearbeitet. Hierbei kommunizieren Server und Client mithilfe von SignalR über WebSockets miteinander.
- Interactive WebAssembly: Die Komponente wird clientseitig, also im Browser, "gerendert". Damit der Blazor C# Code auch im Browser ausgeführt werden kann wird dieser in WebAssembly kompiliert.
- Interactive Auto: Im `Interactive Auto` Modul wird bei dem initialen Besuch der Website der `Interactive Server` Modus gewählt und im Hintergrund wird der WebAssembly-Build heruntergeladen, damit bei weiteren Besuchen der Seite der `Interactive WebAssembly` Modus gewählt werden kann.
- Hybrid: Dieser Modus ist der einzige, welcher nicht innerhalb einer Blazor Web App läuft, sondern in einem WebView einer Nativen App. Dabei wird innerhalb des Mutterprozesses, ganz ohne WebServer. Das ganze Funktioniert in WPF und WinForms Apps und in nativen mobilen Apps für Android und iOS mithilfe von .NET MAUI.
Razor-Komponenten (in dieser Arbeit, sowie Umgangssprachlich, auch oft nur Komponenten genannt) sind der Grundbaustein für Blazor Web Apps. Sie bestehen aus HTML, welches mit der Verwendung von inline C# beeinflusst werden kann. Das Blazor stellt sicher, dass das gerenderte Markup aktualisiert wird, wenn sicher der Status der Komponente ändert. Dieser Code kann entweder vollständig in einer .razor Dateil liegen, oder in einer seperaten Code-Behind-Datei und der benutzer einer partiellen Klasse. Inline C# Code wird mithilfe von dem `@`- Zeichen markiert. Hier ist ein Beispiel für einen einfachen Counter:
```razor
<h1>Counter</h1>
<p>Count: @count</p>
<button @onclick="Increment">Increment</button>
@code
{
private int count = 0;
private void Increment()
{
count++;
}
}
```
Mit`@count` in Zeile 3 wird der Wert der Variablen count in den `<p>` Tag mit eingebaut. Mit `@onclick="Increment"` in Zeile 5 wird die onclick Property vom `<button>`Tag auf die Increment Methode im C# Code. Der `@code` Block in Zeile 7 ist der C# Code, welcher diese Komponente dynamisch macht. Hier ist die Variable count definiert und die Methode Increment, welche dieser Komponente interaktiv macht.
Razor hat auch eine Reihe an Keywords wie zum Beipsiel (nur Auszugsweise, bzw. die die wir verwendet haben):
- namespace: Gibt den aktuellen Namespace in der Razor Datei ein
- inherits: Gibt die Superklasse der generierten C# Klasse an.
- using: Gibt die im C# Code benutzen/verfügbaren Namespaces an
- foreach: Für Wiederholungen im Markup
- if: Für verzweigungen im Markup
[^7]: https://en.wikipedia.org/wiki/Blazor
### Kommunikations zwischen Front und Backend
Wie Front- und Backend miteinander interagieren hängt hauptsächlich vom Render Modus ab. Oqtane kann auf verschiedene Arten betrieben werden. Hierbei ist es dem Modulentwickler ziemlich egal, welche Art der Kommunikation (WebSockets, HTTP Long-Polling, REST) verwendet wird.
#### SignalR
SignalR ist eine Libary aus für das ASP.NET Framework, welche es möglich macht Server zu Client komminikation zu betreiben. Oqtane verwendet im `Interactive Server (SignalR)` Render-Modus verwendet wird.
## Dependency injection
### Dependency Inversion Principle [^1]
Das Dependency-Inversion-Principle (DIP / auf Deutsch: Abhängigkeits-Umkehr-Prinzip) ist eines von den fünf `SOLID` Prinzipien in der Softwareentwicklung.
Das DIP unterscheidet zwischen high-level und low-level Modulen.
- Die High-Level-Module beschreiben die Applikations- / Businesslogik, ohne direkt mit den Low-Level-Modulen zu interagieren, sondern lediglich auf Abstraktionen. [^3]
- Die Abstraktionen sollen nicht von Implementierungsdetails abhängig sein, sondern die Low-Level-Implementierung sollen gemäß der Abstraktionsschicht implementiert werden. [^3]
Ausgangslage ist eine Softwarearchitektur im Direct-Dependency-Graph-Modell.
```mermaid
architecture-beta
service a(mdi:package-variant-closed)[Klasse A]
service b(mdi:package-variant-closed)[Klasse B]
service c(mdi:package-variant-closed)[Klasse C]
a:R --> L:b
b:R --> L:c
```
Bei diesem Beispiel ist die Klasse A ein high-level Modul, welches direkt auf die Klasse B referenziert, was das DI-Prinzip verbietet.
Das Problem dabei: Die einzelnen Klassen sind eng gekoppelt, was das Austauschen von B mit einer anderen Klasse unmöglich macht. Genau dieses Problem wird vom DIP gelöst.
```mermaid
architecture-beta
service a(mdi:package-variant-closed)[Klasse A]
service b(mdi:package-variant-closed)[Klasse B]
service ib(mdi:car-clutch)[Interface B]
service c(mdi:package-variant-closed)[Klasse C]
service ic(mdi:car-clutch)[Interface C]
a:B --> T:ib
ib:R <-- L:b
b:B --> T:ic
ic:R <-- L:c
```
Das High-Level-Modul ruft lediglich eine Abstraktion eines Low-Level-Moduls auf, welche von einem, oder mehreren Low-Level-Modulen implementiert wurde. Für das High-Level-Modul ist es hier egal, welches Low-Level-Modul die Implementierung bereitstellt. Dadurch erhält man einen viel modulareren Aufbau in der Software. Die einzelnen Module sind auch leichter austauschbar und testbar. Genau diese Modularität macht Dependency Injection möglich.
### Microsoft Dependency Injection Framework
Dependency Injektion ist in .NET genau so wie Konfiguration, Protokollierung und das Optionsmuster ins Framework integriert. [^4]
Alle Dependencies werden in einem `Service-Container` zur Verwaltung registriert. .NET hat einen eingebauten `Service-Container` (eine Implementierung des `IServiceProvider`). [^4]
Das Dependency Injection Framework verwaltet alle Instanzen. Nach Bedarf werden Instanzen erstellt, oder wieder entsorgt (sofern das Service nicht mehr gebraucht wird). Beim Instanziieren einer Klasse werden alle im Konstruktor erwarteten Dependencies bereitgestellt, bzw. selbst instanziiert und dannach bereitgestellt. [^4]
Hier ein Beispiel aus der Dokumentation von Microsoft: [^4]
```c#
HostApplicationBuilder builder = Host.CreateApplicationBuilder(args);
builder.Services.AddHostedService<Worker>();
builder.Services.AddSingleton<IMessageWriter, MessageWriter>();
using IHost host = builder.Build();
host.Run();
public class MessageWriter : IMessageWriter
{
public void Write(string message)
{
Console.WriteLine($"MessageWriter.Write(message: \"{message}\")");
}
}
public interface IMessageWriter
{
void Write(string message);
}
public sealed class Worker(IMessageWriter messageWriter) : BackgroundService
{
protected override async Task ExecuteAsync(CancellationToken stoppingToken)
{
while (!stoppingToken.IsCancellationRequested)
{
messageWriter.Write($"Worker running at: {DateTimeOffset.Now}");
await Task.Delay(1_000, stoppingToken);
}
}
}
```
Das ist ein simples Beispiel, welches Teile des DI Frameworks zeigt. Wir haben einen Service (Klasse Worker), ein Dependency (Klasse MessageWriter) und eine Abstraktionsebene, von dem Dependency (Interface IMessageWriter).
Bei Programmstart wird zuerst manuell der `Service-Container` erstellt, dannach alle Module registriert (entweder als HostedService, oder als Modul mit einer spezifischen Lifetime (Scoped, Transient, Singleton)).
Mit dem Aufruf von `builder.Build()` wird intern ein Dependency Graph erstellt und mit `host.Run()` wird versucht die Klasse Worker zu instanziieren und zu starten. Nachdem Worker ein Dependency auf IMessageWriter hat, wird über den zuvor erstellten Dependency-Graph die Implementierung von IMessageWriter gesucht. Jetzt wird MessageWriter instanziiert und dem Konstruktor von Worker übergeben, damit seine Dependencies befriedigt werden.
So sieht der Abhängigkeitsgraph bei diesem Beispiel aus.
```mermaid
architecture-beta
service a(mdi:package-variant-closed)[Worker]
service b(mdi:package-variant-closed)[MessageWriter]
service ib(mdi:car-clutch)[IMessageWriter]
a:R --> L:ib
ib:R <-- L:b
```
[^1]: https://learn.microsoft.com/en-us/dotnet/architecture/modern-web-apps-azure/architectural-principles#dependency-inversion
[^2]: https://blog.logrocket.com/dependency-inversion-principle/
[^3]: https://www.oodesign.com/dependency-inversion-principle
[^4]: https://learn.microsoft.com/en-us/dotnet/core/extensions/dependency-injection/overview
# Continuous Integration
## Automatisierter Build und Release Prozess mithilfe von Gitea Actions.
Gitea, das Versionskontrollsystem dieser Diplomarbeit, hat einen Continuous-Integration-System eingebaut. Im Kern ist es baugleich zu den GitHub-Pipelines. Man kann im `.gitea/workflow` Ordner `.yml` Dateien ablegen, welche dann das Verhalten der Workflows definieren.
Man kann definieren auf welcher Änderung im Git Repository die Pipeline losgetreten wird (Keyword: `on`) und entweder eigene Kommandos aufreihen, oder auf bestehende `actions` zurückgreifen, welche dann der Reihe nach ausgeführt werden (Keyword: `jobs`).
Die meisten Pipelines sind folgendermaßen Aufgebaut:
Clone -> Checkout -> Submodule Checkout (optional) -> Dependencies einrichten (zum Beispiel das dotnet SDK) -> Build ausführen. -> Release erstellen und Artefakte veröffentlichen (z.B. in Registries). Aber man kann auch andere Dinge tun, z.B. mithilfe von Künstlicher Intelligenz Code und Dokumentation überprüfen.
Anwendungen von Gitea Actions bei dieser Diplomarbeit:
- APT-Package Repository:
> Zum Bauen von Oqtane und allen Modulen, verpacken in ein .deb Paket und in die Registry pushen.
- Interfaces Projekt
> Zum Bauen vom Interfaces-Projekt, verpacken in ein NuGet Paket und in die Registry pushen.
- ursprünglich: oqtane.framework
> Zum bauen und Verpacken in einen Docker Container und in die Registry pushen.
- PM Repository:
> Zum automatischen Überprüfen der Dokumente, unter anderem, mithilfe von KI, wie zum Beispiel Gemini.
# Projektmanagement
## Scrum
## YouTrack
## Gitea (mit Issues)
## Git
## Kommunikation
# Learnings
## Produktion != Staging
Ein Learning, welches doch relativ schnell aufkam ist im Bereich der IT eigentlich kein unbekanntes. Wir hatten dieses Learning relativ bald, im Frühling 2025, als die ersten Probleme mit dem Deployment von Oqtane aufkamen. Oqtane war zwar in unserer Entwicklungsumgebung sehr einfach zum einrichten gewesen, das Deployment in der Cloud vom Hetzner war jedoch geplagt von Problemen. Im Zeitraum von Mai bis Okober hatten wir keine laufende Produktivumgebung. Dadurch sind wir mit dieser Diplomarbeit auch in [Zeitverzug](#Arbeitszeiteinschätzung-und-verzug) gekommen. Hätte ich mich vor dem Start der Diplomarbeit mit dem Deployment von Oqtane auseinander gesetzt, dann wäre das in [Probleme mit Oqtane](#Probleme mit Oqtane) beschriebene Problem früher aufgekommen und der Zeitverzug wäre nicht so groß, oder noch ganz vermeidbar gewesen.
## Teamleitung (Motivation / Downsizing)
Nachdem ich mich von Anfang an volkommen in das Deploymentproblem von Oqtane gestürzt habe, habe ich meine Rolle als Teamleitung etwas schleifen lassen. Dadurch fehlte bei einigen Teammitgliedern initial die Identifikation mit dem Projekt und in weitererfolge auch die Motivation an diesem Projekt mitzuarbeiten. Nachdem im Verlauf des Frühlings und über den Sommer von der hälfte des Teams trotz Besprechungen und Mahnungen keine Beiträge zu dem Projekt kamen, haben Hr. Prof. Gürth und ich uns dazu entschieden uns von 2 Personen vor unterschreiben des Projektantrages zu trennen. Grund dazu war die Angst, die mangelnde Motivation zieht das restliche Team mit hinunter. Wir wollten uns trotz des Downsizings nicht an Funktionalitäten sparen und haben uns für das nächste halbe bis dreiviertel Jahr einen ziemlich strikten Zeiplan vorgenommen.
## Arbeitszeiteinschätzung (Zeitverzug)
Ein wesentliches Learning aus dem Projektverlauf war die Diskrepanz zwischen der initialen Planung und dem tatsächlichen Aufwand. Ursprünglich wurde der Zeitaufwand für das Aufsetzen der Infrastruktur und die Einarbeitung in das Oqtane-Framework auf etwa drei Wochen geschätzt. In der Realität nahm dieser Prozess jedoch mehrere Monate in Anspruch.
Es gibt mehrere Gründe dafür:
- `Fehlende oder nur schlechte Dokumentation von Oqtane`: Einige Probleme im Deployment wurden in langer und mühseliger Arbeit auseinander gebrochen und in weitere immer kleinere Probleme unterteilt. Dadurch, dass wir alle keine Erfahrung mit der Entwicklung und dem Deployment von ASP.NET Code Anwendungen hatten und die Dokumentation doch schlecht war, blieb uns manchmal nichts anderes übrig als mit WireShark den Netzwerktraffic mit zu schneiden und nebenbei im Git Repository die geloggten Zeilen Code zu finden und so das Framework von innen heraus kennen zu lernen. Dadurch hatte ich dann nach einer Einarbeitungszeit von 4 Monaten ziemlich jede Stelle im Sourcecode von Oqtane gesehen und finde mich um das schneller zurecht.
- `Team-Konsolidierung`: Durch das notwendige Downsizing des Teams mussten Aufgaben neu verteilt werden, was die individuelle Arbeitslast erhöhte und die Konzentration auf die Kernentwicklung zeitweise verzögert hat.
- `Abhängigkeit von der Infrastruktur`: Dadurch, dass wir bis in den Oktober / November hinein nicht wussten, ob wir weiter bei Oqtane bleiben können, haben die anderen Teammitglieder nicht mit der sinnvollen Entwicklung ihrer Module starten können. Zitat: "Und was wenn wir am Ende doch noch das CMS umstellen müssen?" => Auch wenn der Auftrag war, mit der Modulentwicklung zu starten war die Motivation meiner Teammitglieder nicht so hoch. Selbst wenn sie nicht direkt von der Infrastruktur mit der Ausführung ihrer Aufgaben abhängig waren, motiviert waren sie wegen der Umstände auch nicht.
Reaktion auf den Verzug:
Um das Projektziel dennoch zu erreichen, wurde der Zeitplan im Herbst 2025 massiv gestrafft. Durch die Umstellung auf einen strikteren 14-tägigen Sprint-Rhythmus und die Priorisierung von Core-Funktionalitäten (MVP-Ansatz) konnte der Rückstand teilweise aufgeholt werden.
> Fazit: Die Erfahrung zeigt, dass gerade bei "Nischen-Frameworks" wie Oqtane ein deutlich höherer Puffer für die Einarbeitungs- und Infrastrukturphase (Faktor 2 bis 3 der ursprünglichen Schätzung) eingeplant werden muss.
`90% fertig, oder fertig?`: Es gibt einige "Regeln", wie: das `Paretoprinzip`, `Hofstadters Law` und die `90-90 Regel`. Letztere wurde im Jahr 1985 von Jon Bentley in einer Kolumne "Programming pearls" veröffentlicht. Ausgeschrieben lautet sie:
> [Rule of Credibility] The first 90 percent of the code accounts for the first 90 percent of the development time. The remaining 10 percent of the code accounts for the other 90 percent of the development time.
(Jon Bentley. 1985. Programmimg pearls. Commun. ACM 28, 9 (Sept. 1985), 896901. https://doi.org/10.1145/4284.315122) [^8]
Diese Diplomarbeit liefert weitere Evidenz, dass diese Faustregel stimmt.
[^8](https://dl.acm.org/doi/10.1145/4284.315122)
## Sprints und Meetings (in Zukunft ja asynchron)
# Modules
## Mass Mailer
## Event Registration
## Schwarzes Brett